Welcher Lesetyp bist du?

Welcher Lesetyp bist du?
Lesen 9 Kommentare

Du meinst, Lesen bedeutet, sich ein Buch schnappen, auf die Couch legen und zu lesen? Damit liegst du aber nur bedingt richtig, denn es gibt mittlerweile die unterschiedlichsten Wege, aus dem Lesen eines Buches eine Art Event zu machen. Also kannst du dir überlegen, ob du weiter für dich alleine lesen möchtest oder es abwechslungsreicher gestaltest. Es gibt viele Möglichkeiten. Welche liegt dir?

Lesen, wie es für mich ist.

Zugegeben, ich bin eher eine klassische Leserin. Lesen bedeutet für mich das völlige Abschalten vom Alltag. Gerne Zuhause auf der Couch, um die Gedanken an Arbeit und Herausforderungen des Alltags wieder in die Schranken zu verweisen, oder auch mal auf der Bahnfahrt oder im Café, um die Umgebung in den Hintergrund zu drängen und sich ein wenig abzuschotten. Wenn dann das Buch ausgelesen ist, packe ich es zufrieden oder auch mal nachdenklich weg, das hängt vom jeweiligen Buch ab. Vielleicht erzähle ich mal einer Freundin davon, wenn mich das Buch begeistert hat oder das Gesprächsthema passt. Doch damit beginnt für viele erst das Vergnügen.

Hast du einen SuB?

Wenn dir die Abkürzung »SuB« nichts sagt, dann wahrscheinlich nicht. SuB steht für »Stapel ungelesener Bücher«. In den sozialen Medien werden Fotos dieser Stapel geteilt und die jeweiligen Höhen verglichen. Ich schaue mir die Fotos immer an und prüfe, ob auch eines meiner Bücher dort auftaucht. Noch viel zu oft ist das nicht der Fall. Ich frage mich auch, ob das Vorhandensein dieses Stapels beim jeweiligen Besitzer nicht riesigen Druck auslöst. Bei mir ist das so. Wenn ich von meiner monatlichen Tour in die Stadtbücherei zurückkomme und die ausgeliehenen und ungelesenen Bücher ins Regal lege, kommt automatisch der Gedanke, ob ich sie denn auch bis zum Ende der Ausleihfrist gelesen bekomme. Dabei ist doch Stress und Druck beim Lesen das Letzte, was ich haben möchte. Aber bei den Profileserinnen scheint so ein SuB eher das beglückende Gefühl einer anzugehenden Herausforderung auszulösen. Vergleichbar mit einem Bergsteiger, der von unten den Gipfel des Berges als Ziel ausgemacht hat.

Liest du alleine oder mit Anderen?

Wie schon geschildert, gehöre ich eher zu den Sololeserinnen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Aktionen, bei denen ich mein Lesevergnügen mit anderen teilen könnte.

Leserunden

Bei einer Leserunde beschließt ein Kreis von Menschen, ein bestimmtes Buch zeitgleich zu lesen und sich jeweils über die Erkenntnisse und Meinungen zu einzelnen Abschnitten auszutauschen. Leserunden werden auch gerne von Verlagen und Autoren initiiert, um direktes Feedback und ggf. auch Rezensionen zu ihren Büchern zu bekommen. Dabei werden dann auch gerne Bücher an die Teilnehmer verschenkt. Als Autorin liebe ich Leserunden und das direkte Feedback. Als Leserin würde mich der Gedanke, ich muss ein Buch zu einem bestimmten Termin lesen, unangenehm unter Druck setzen.

Lesechallenges

Challenges, also Herausforderungen, gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Da gibt es Lesenächte, in denen sich ein Kreis findet, um in einer Nacht zu lesen und die Eindrücke zu teilen. Es gibt monatliche Challenges oder thematische Challenges. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wanderbuch

Eine schöne Aktion ist das »Wanderbuch«. Leser senden jeweils ein Buch zum nächsten Leser und erhalten ein anderes Buch von einem anderen Leser. So kreisen verschiedene Bücher und man wird als Leserin für Bücher interessiert, die man sonst vielleicht nie gelesen hätte.

Es gibt sicher noch jede Menge anderer Arten, wie man das Lesevergnügen ausgestalten kann. Nicht jede dieser Aktionen ist für mich geeignet, da ich finde, dass Zeitpläne und das Lesen sich diametral gegenüberstehen.
Lesen beschreibt den größten Abstand zu Arbeit und Stress.
Wie liest du? Kennst du noch andere interessante Leseaktionen? Oder tust du es mir gleich und liest lieber für dich alleine?
Schreibe deine Eindrücke in einen Kommentar und teile diesen Artikel, um deine Freunde ebenfalls aufzurufen, ihre Eindrücke mitzuteilen.

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9 Kommentare Welcher Lesetyp bist du?
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  • Welcher Lesetyp bist du?

    Hallo Vera,

    also ich lese in erster Linie auch lieber für mich zum Abschalten. Das kann auf dem Sofa sein, im Bett oder gerne auch bei schönem Wetter mit Hund am Deich.

    Ich habe nicht nur einen SuB, sondern ein extra RuB (Regal ....). Das stresst mich aber nicht, dass es alle meine eigenen Bücher sind und ich sie nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder abgeben muss. Ich bekomme eher Panik, wenn sich in dem RuB mal größere Lücken auftun, die müssen dann wieder gestopft werden. :)

    Außerdem nehme ich noch an drei Challenges teil - aber auch da mache ich mir keinen Stress. Wenn ich in einem Monat mal keine oder nur zum Teil die Aufgaben löse, ist das auch für mich ok.

    An Leserunden nehme ich allerdings nicht teil, weil mir das dann doch zu stressig wäre immer nach bestimmten Einheiten einen Kommentar abzugeben, was dann ja auch noch zeitnah mit den anderen Teilnehmern passieren soll.

    Ein Wanderbuch habe ich bis her nur einmal vor kurzem gehabt und fand es ganz interessant. Werde bestimmt noch mal bei einem mitmachen, sofern es mich interessiert.

    Ansonsten nehme ich ab und an ein Rezi-Exemplar auf Anfrage an und halte da meine Zeit von 3-4 Wochen auch eigentlich immer ein. Sollte mir mal Widererwarten was dazwischen kommen, so teile ich es dem Autor/In mit. Habe ich überhaupt keine Zeit, lehne ich Anfragen dankend ab, denn ich mache das nicht um Bücher abzustauben, sondern weil es mir Spaß macht und ich mir den Spaß auch nicht mit Stress verderben will.

    Wie gesagt, für mich sind Bücher zum abschalten und abtauchen - das kann ich dann auch schon mal im Stehen, im überfüllten Buch. Da macht mir die Umgebung nichts aus :)

    In diesem Sinne wünsche ich Dir auch immer genügend Lesezeit!

    Liebe Grüße von der Nordsee,

    Su

    • RuB

      Hallo Su,

      gleich ein ganzes RuB. Wow. Guckst du da nicht manchmal drauf und denkst dir "Das muss ich alles noch lesen!"

      Danke, dass du deinen Umgang mit dem Lesestoff geschildert hast.

      Herzlichen Gruß,

      Vera

      • RuB

        Nein, überhaupt nicht.

        Im Gegenteil, wenn der Platz darin wieder größer wird, dann werd ich hibbelig und dann muss nachgefüllt werden. :o)

        Liebe Grüße!

    • Welcher Lesetyp bist du?

      Ich habe bisher still für mich hin gelesen. Wenn ich im Urlaub bin, gerne auch stundenlang. Im Alltag in Pausen. Das Schreiben bringt mir so viel "andere Welt", dass mein Bedürfnis nach neuen Gedanken nicht so groß ist.

      Woran ich allerdings wirklich Interesse hätte, wäre das Wanderbuch. Das finde ich eine tolle Idee. Wo findet man denn eine Kreis, der so etwas initiiert?

    • Lesen

      Ich finde diese ganzen Leseevents berge gerade wieder die Gefahr, Stress zu erfahren und nicht ihn abzubauen.

      • Lesen

        Wahrscheinlich ist es wie bei allen Dingen, die Spaß machen: Wenn man zu viel macht, besteht immer die Gefahr, in Stress zu geraten.

        Herzlichen Gruß,

        Vera

      • Ich bin eine...

        einsame Leserin. Ich kann mich nur konzentrieren, wenn ich so absolute Ruhe habe. Und die finde ich entweder im Bett oder in einer Bibliothek, wo mich schon die Atmosphäre zum lesen animiert und mich ruhig stimmt. An Leserunden oder Büchertreffs nehme ich nicht teil. Das ist irgendwie nicht so meins.

        Liebe Grüsse,

        Doris

        www.mrsglobalicious.com

        • Einsame Leserin

          Hallo Doris,

          da geht es mir ähnlich. Ich liebe es auch, dass ich mich beim Lesen etwas von der realen Welt um mich herum entfernen kann. Obwohl ich die belebende Atmosphäre eines Cafés beispielsweise dabei ganz gerne habe.

          Herzlichen Gruß,

          Vera