Leseprobenheftchen - ganz einfach

Leseprobenheftchen - ganz einfach
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Sie sind ein beliebter Werbeartikel: Leseprobenheftchen. Übergibt man sie an jemanden, fühlt sich der Empfänger beschenkt. Buchhandlungen legen diese Heftchen gerne aus, bieten sie doch einen Nutzen für die Kundschaft. Auf Messen sind diese Pröbchen sehr schnell vergriffen. Also wollte ich sie auch erstellen. Nur wie? Ich habe mich reingeboxt und nun alle meine Erfahrungen für euch zusammen- und Vorlagen bereitgestellt.


Warum Leseproben?


Wie schon gesagt, haben Leseprobenheftchen eine Wertigkeit, weil sie dem Empfänger einen Nutzen bieten. Menschen greifen bei Leseprobenheftchen schneller zu als beispielsweise bei Lesezeichen. Allerdings sind Leseprobenheftchen auch wesentlich teurer als zum Beispiel Lesezeichen. Während Letztere je nach Aufmachung bei einem Stückpreis um 2 ct. liegen, muss man bei Leseprobenheftchen, so wie ich sie drucken lasse, im Schnitt 50 ct. pro Stück rechnen. Sie sind also sicher kein Massenartikel.

Am besten: Erstmal abgucken.


Es war auf der Buchmesse in Leipzig. Ich sah sie zuhauf auf den Ständen auslegen und dachte mir, dass ich beim nächsten Mal auch Leseproben zu meinem neuesten Buch dabei haben wollte. Also ging ich herum und sammelte die Exemplare ein, die mir am besten gefielen. Zu Hause habe ich sie mir dann genauer angesehen und daraus entwickelt, wie ich meine Heftchen aufbauen wollte.

Die erste Entscheidung: das Format.


Meine Sammlung zeigte sehr deutlich, dass ein Format besonders gängig ist. Die meisten Leseprobenheftchen sind im Format DIN A6 hoch (105 x 148 mm). Daher habe ich mich auch für dieses Format entschieden. Mittlerweile weiß ich, dass dies eine gute Entscheidung war. Sonderformate sind nämlich immer schwieriger zu handhaben. So haben Buchhändler zum Teil spezielle Displays für Leseproben, in die eben nur das A6-Format passt.

Die zweite Entscheidung: die Druckerei.


Die Auswahl der Druckerei muss deshalb früh fallen, weil die Druckerei ggf. spezielle Vorgaben hat, was die Gestaltung der Heftchen angeht. Mein Problem war, dass keine Druckerei »Leseprobenheftchen« als Auswahl ermöglicht. Ich musste als erst einmal herausfinden, unter was diese Heftchen im Druckjargon fallen. Nun, es sind Broschüren. Genauer: Broschüren mit Drahtheftung. Alle meine Beispielheftchen hatten eine Drahtheftung. Daher habe ich gar nicht erst über andere Möglichkeiten nachgedacht.
Jede Druckerei bietet unterschiedliche Papierqualitäten. Ich habe mich für die einfache Variante mit 90g.-Papier (glänzend) für Umschlag und Innenteil entschieden.
Bei der Auswahl der Druckereien gab es zum Teil erhebliche Preisunterschiede. Ich habe mich letztlich für »Wir machen Druck« entschieden.

Die dritte Entscheidung: der Inhalt.


Im Regelfall ist der Beginn des Buches die Leseprobe. Wie viel vom Beginn man abdrucken möchte, ist natürlich flexibel. Es ist aber zu beachten, dass die Gesamtseitenzahl der fertigen Leseprobe immer durch vier teilbar sein muss. Dabei muss man zwei Seiten für Vorder- und Rückseite abziehen. Meine Leseproben haben im Regelfall 20 oder 24 Seiten. Dies bedeutet, es bleiben dann 18 oder 22 Seiten für den Inhalt. Davon geht zu Beginn eine Seite ab für Impressum u.ä. Bleiben also noch 17 bzw. 21 Seiten. Ich passe den Text dann so an, dass er die verbleibenden Seiten füllt.
Bei der Gestaltung habe ich mir abgeschaut, wie das die Verlage in den von mir gesammelten Mustern so machen.

Natürlich noch der Umschlag.


Die Vorderseite mit dem Cover

Die Vorderseite mit dem Cover

Design: Casandra Krammer

Die Rückseite  mit Klappentext

Die Rückseite  mit Klappentext

Die Vorderseite der Leseprobe ist im Regelfall das Cover des Buches, ergänzt um den Hinweis Leseprobe.
Auf die Rückseite lasse ich dann von meiner Coverdesignerin immer den Klappentext zum Buch, ein Autorenfoto und Webadressen setzen. Die Druckerei macht klare Vorgaben, wie die Dateien aufbereitet sein müssen. Am besten machst du es wie ich und lässt sie eine Expertin erstellen.

Die Vorlagen für dich zum Herunterladen.


Hier ist nun meine aktuelle Leseprobe zu »Tote Bosse singen nicht« für dich als Vorlage. Einmal als Datei für Papyrus Autor und einmal für Microsoft Word. Ich habe als Schriftart Palatino Linotype verwendet. Wenn diese Schriftart auf deinem Rechner nicht installiert ist, wird sie mit einer anderen ersetzt. Dadurch kann meine Vorlage bei dir anders aussehen. Ich habe daher zusätzlich eine PDF-Datei angehängt, damit du siehst, wie es aussehen soll.

In Papyrus Autor gibt es übrigens die sehr hilfreiche Funktion Erzeugen - Umformatieren nach Dokument … Damit und mit meiner Vorlage kannst du einen bestehenden Text schnell in eine Leseprobe umsetzen.
Ich wünsche viel Erfolg mit deiner neuen Leseprobe.

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